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← Nachrichten · Erzjanische Welt · 2026-06-28

«Pokš Erźań Či» bringt rund 2.000 Menschen in Pazelki zusammen

Am 28. Juni fand im ersjanischen Dorf Pazelki im Bezirk Bessonowka der Oblast Pensa das traditionelle Fest „Pokš Erźań Či“ – „Großer Tag der Ersjanen“ statt. Regionalen Medienberichten zufolge nahmen rund 2.000 Menschen an der Veranstaltung teil. Organisiert wurde das Fest von der örtlichen ersjanisch-mokschanischen national-kulturellen Vereinigung von Pensa.

Das Programm begann mit dem traditionellen Ritual pančan goč: Die Dorfbewohner entzündeten eine große rituelle Kerze, anschließend versammelten sich die Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Reigen. Folkloregruppen aus der Oblast Pensa und anderen Regionen traten auf. Zum Programm gehörten außerdem die traditionellen Sportwettkämpfe Ťušťań nalksemat, Bogenschießen und verschiedene Workshops. Die Gäste konnten zudem traditionelle Speisen sowie Erzeugnisse lokaler Kunsthandwerker kennenlernen.

Das Fest in Pazelki ist vor allem deshalb bedeutsam, weil es zeigt, dass es auch außerhalb der Republik Mordwinien weiterhin lebendige Zentren ersjanischen Gemeinschaftslebens gibt. Die Veranstaltung wird nicht nur von Institutionen in Mordwinien getragen, sondern ebenso von den Dorfbewohnern, lokalen Kulturgruppen und der national-kulturellen Vereinigung. Die große Zahl der Teilnehmenden macht deutlich, dass ersjanische Identität nach wie vor viele Menschen zusammenbringen und Verbindungen zwischen Gemeinschaften in verschiedenen Regionen stärken kann.

Gleichzeitig lässt sich anhand der veröffentlichten Berichte nur schwer beurteilen, welchen konkreten Beitrag das Fest zur tatsächlichen Verwendung der ersjanischen Sprache geleistet hat. Unklar bleibt, welcher Teil des Programms auf Ersjanisch stattfand, ob Moderierende und Teilnehmende die Sprache als hauptsächliches Kommunikationsmittel nutzten und ob es Buchstände, Sprachkurse oder eigene Angebote für Kinder gab. Ebenso ist nicht bekannt, ob Redebeiträge und Auftritte von Muttersprachlern, Märchen, Lieder oder Alltagsgespräche aufgezeichnet wurden, um sie später in Bildungsprojekten oder Wörterbüchern zu verwenden.

Dieser Unterschied ist entscheidend. Ein Fest mit 2.000 Besucherinnen und Besuchern ist nicht dasselbe wie eine Gemeinschaft, in der 2.000 Menschen täglich Ersjanisch sprechen. Trachten, traditionelle Küche und Folklore sorgen für kulturelle Sichtbarkeit, reichen für sich genommen jedoch nicht aus, um die Weitergabe der Sprache an die nächste Generation zu sichern.