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← Nachrichten · Nachrichten · 2026-06-22

Neue Studie zur ersjanischen Phraseologie: Wie Sprache den Menschen konzeptualisiert

Im Jahr 2026 wurde an der Mordwinischen Staatlichen N.-P.-Ogarjow-Universität eine Dissertation von Jekaterina Dmitrijewna Karpunina mit dem Titel Die Repräsentation des konzeptuellen Feldes „Mensch“ in phraseologischen Einheiten der ersjanischen Sprache vorgestellt.

Die Arbeit wurde im Fachgebiet 5.9.5 „Russische Sprache und Sprachen der Völker Russlands“ verfasst. Sie widmet sich einem wichtigen Bereich der gegenwärtigen ersjanischen Linguistik: der Untersuchung fester Wendungen, Sprichwörter, Redensarten und phraseologischer Einheiten, durch die die Sprache den Menschen, seine Eigenschaften, sein Verhalten, seine sozialen Rollen und moralischen Bewertungen darstellt.

Die Studie untersucht, wie der Mensch in der ersjanischen Phraseologie als körperliches, soziales und moralisches Wesen repräsentiert wird. Im Autoreferat wird hervorgehoben, dass Phraseologie kollektive Erfahrung, Bewertungssysteme und kulturelle Normen bewahrt, die in der Sprache verankert sind. Die Untersuchung fester Wendungen ermöglicht daher nicht nur den Blick auf einzelne Wörter, sondern auch auf ein tiefer liegendes sprachliches Weltbild.

Analysiert werden semantische Bereiche wie Körper und Organismus, Leben, Alter, äußere Erscheinung, Familie, Verstand, Arbeit, Wahrheit, das Gute und Geld. Anhand dieser Teilkonzepte zeigt die Arbeit, welche menschlichen Eigenschaften im Ersjanischen hervorgehoben werden, was als wertvoll gilt, welche Handlungen gebilligt oder missbilligt werden und wie Familie, Arbeit, Vernunft, Wahrheit und Verantwortung sprachlich gefasst werden.

Besonders bedeutsam ist, dass die Untersuchung nicht nur auf ersjanischem Material beruht, sondern auch finnische Daten als Vergleichshintergrund heranzieht. Dieser Ansatz macht es möglich, sowohl gemeinsame finno-ugrische Merkmale als auch die ethnokulturelle Spezifik der ersjanischen Sprachtradition sichtbar zu machen.

Karpuninas Forschung zeigt, dass der phraseologische Bestand der ersjanischen Sprache einer systematischen digitalen Beschreibung bedarf. Perspektivisch können Arbeiten dieser Art Valks dabei helfen, einen eigenen phraseologischen Bereich aufzubauen: mit Einträgen zu festen Wendungen, thematischen Gruppen, Verwendungsbeispielen, russischen Übersetzungen, Quellenangaben und Kommentaren.

Ein solcher Bereich wäre besonders wichtig für alle, die die Sprache lernen. Phraseologische Einheiten zeigen die lebendige Logik einer Sprache: wie Ersja-Sprecherinnen und -Sprecher über Gesundheit, Verstand, Arbeit, Familie, Wahrheit, das Gute, Wohlstand und menschliche Würde sprechen. Es handelt sich dabei nicht bloß um Wortschatz, sondern um kulturelles Gedächtnis, das in Sprache Gestalt annimmt.

Valks wird neue Forschungen zur ersjanischen Linguistik weiterhin verfolgen und ihre Ergebnisse schrittweise bei der Weiterentwicklung des Wörterbuchs berücksichtigen. Wir sind überzeugt, dass wissenschaftliche Arbeiten zur ersjanischen Sprache nicht nur im akademischen Raum sichtbar sein sollten, sondern auch in digitalen Werkzeugen, die von Lernenden, Übersetzerinnen und Übersetzern, Forschenden und allen genutzt werden, denen die ersjanische Sprache wichtig ist.

Quelle: Seite zur Dissertationsverteidigung auf der Website der Mordwinischen Staatlichen N.-P.-Ogarjow-Universität.